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Abenteuer Bootcamp

Der Reiz des Extremen

Schroffe Felsenlandschaften durchlaufen, in eiskalten Seen schwimmen oder steile Anstiege bewältigen – immer mehr Hobbyathleten suchen Abenteuer, Natur und den Reiz des Extremen. Wie du deinen Kunden diese Herausforderungen im Training bieten kannst, zeigt Michael Zimmer. Der Arbeitsalltag der meisten Menschen ist durch Monotonie und dauerhaftes Sitzen im Büro geprägt. Ein Ausbrechen aus der Komfortzone bzw. das Überschreiten von physischen und mentalen Grenzbereichen fehlt dabei oft komplett. Mit einem Bootcamp kannst du als Trainer deinen Teilnehmern zeigen, zu was sie körperlich und mental fähig sind. Besondere körperliche Voraussetzungen müssen die Teilnehmer nicht erfüllen: Jeder gesunde Mensch kann ein Bootcamp absolvieren. Eine gewisse Grundfitness ist natürlich von Vorteil.

Wie läuft ein Bootcamp ab?

Das Bootcamp soll konditionell herausfordern. Daher bewältige ich mit meinen Teilnehmern in zügigem Lauftempo über 3 bis 5 Stunden Strecken auf unterschiedlichstem Terrain und wir nutzen unterwegs, was die Natur uns bietet: Wir tragen Baumstämme, durchqueren Flüsse, kriechen am Boden und laufen auf Berge. Die Strecke variiert immer, was beim Trainer eine gute Orientierung und die genaue Kenntnis der Umgebung voraussetzt. Kein Bootcamp ist wie das andere. Am vereinbarten Treffpunkt sammelt sich die Gruppe und ich bereite die Teilnehmer psychisch und physisch auf das Training vor. Meist beginnen wir mit einem kleinen Mobility-Flow, gefolgt von einem zügigen Warm-up-Programm mit Partner-, Lauf- und Bodyweight- Übungen.

Auswahl der Strecke

Bei der Wahl der Strecke musst du als Trainer abwägen, ob die örtlichen Gegebenheiten zur Leistungsfähigkeit der jeweiligen Gruppe passen. Naturschutzgebiete sollten umgangen werden und selbstverständlich wird kein Müll hinterlassen. Die Sicherheit der Teilnehmer steht für mich an erster Stelle. Je extremer die Strecke, desto mehr Planung und Risikoabwägung braucht es durch den Trainer. Es gibt kein Bootcamp, dessen Strecke mein Team und ich vorher nicht genau erkundet haben. Wir führen jede Übung im Voraus selbst aus, um den Schweregrad beurteilen zu können. Wirkt das Risiko zu hoch, entscheiden wir uns dagegen. Zudem steht es jedem Teilnehmer natürlich frei, inwieweit er sich in Grenzbereiche begibt. Alles, was den Teilnehmern abverlangt wird, haben mein Team und ich schon unzählige Male durchlebt und erprobt und können Gefahrensituationen schnell einschätzen.

Herausforderungen meistern

Zwischen unzähligen zurückzulegenden Kilometern und fordernden Aufgaben wie Eilmärschen, bei denen die Teilnehmer in einer vorgegebenen Zeit schnellstmöglich eine Strecke zurücklegen müssen (z.B. drei Kilometer in 15 Minuten), werden die Teilnehmer immer wieder mit den Elementen der Natur konfrontiert. Kälte ist meist der größte Gegner. Um mit dieser Extremsituation zurechtzukommen, gebe ich immer wieder Tipps, wie man der Kälte im Wasser z.B. durch richtiges Atmen, Squeezen der Hände oder Meditieren trotzen kann. Eine zusätzliche Herausforderung ist auch das Schwimmen in Kleidern oder die Herstellung einer Rettungsweste aus einer Jeanshose. Dabei knotet man die Beine der Hose mit einem Doppelknoten zusammen, schließt alle Verschlüsse und versucht, die Hose mit Luft zu füllen. Dies kann durch schnelle Schläge aufs Wasser in Richtung Hosenöffnung oder den eigenen Atem erreicht werden. Danach den Hosenbund mit den Händen fest verschließen, den Kopf durch die Hosenbeine hindurchstecken, sodass der Knoten im Nacken liegt – und schon ist die Rettungsweste fertig!

Simple Ausrüstung

Um eine gute Trainingsbetreuung gewährleisten zu können, ist die Teilnehmeranzahl bei meinen Bootcamps auf 20 begrenzt. Auch die benötigte Ausrüstung ist simpel: Sportschuhe und -kleidung sowie ausreichend Trinkwasser reichen aus, um die 3–4 Stunden draußen verbringen zu können. Lediglich für Sonderevents wie Nacht- oder Wasserbootcamps wird umfangreicheres Material benötigt. Selbstverständlich führen wir als Trainer immer ein Notfalltelefon und ein Erste-Hilfe-Set mit, falls kleinere Verletzungen wie Schnitte oder Schürfwunden versorgt werden müssen.

Aspekt Teambuilding

Ich beobachte immer wieder, wie bei unseren Bootcamps eine Gruppe aus Einzelkämpfern startet, die im Laufe der kurzen Zeit zu einem Team heranwächst. Die Anforderungen sind meist so gewählt, dass sie nur als Team erfüllbar sind. Ich als Trainer analysiere in den ersten Minuten, wie die Gruppe funktioniert und ob jeder seine Rolle in der Gruppe findet. Stelle ich fest, dass einzelne Teilnehmer egoistisch handeln oder die schnelleren Teilnehmer nicht auf die langsamen achten, weise ich die Gruppe zuerst darauf hin. Funktioniert dies nicht, ist die nächste Stufe, jeden Teilnehmer körperlich für kurze Zeit an sein Limit zu bringen. Damit hole ich alle auf dasselbe Level, bis die Gruppe gemeinsam funktioniert. Es versteht sich von selbst, dass ich als Trainer all das, was abverlangt wird, auch selbst mitmache. Es ist toll zu sehen, wie alle gemeinsam lösungsorientiert handeln und jeder unterstützt wird, der Hilfe benötigt. Gezielt gehen wir an Grenzbereiche heran, fordern vor allem Stärken, aber decken bewusst auch Schwächen auf. Denn nur wenn man sich seiner Schwächen bewusst ist, kann man ein höheres Leistungsniveau erreichen – im Sport wie im alltäglichen Leben.

Michael Zimmer

Foto: Michael Zimmer

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