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Exogene Ketone

Exogene Ketone

Hype oder Wundermittel?

Exogene Ketone in Form von Pulvern und Drinks werden bei Leistungs- und Hobbysportlern zur Leistungssteigerung bzw. Gewichtsabnahme immer beliebter. Patrick Meinart zeigt ihre Wirkungsweise und Möglichkeiten auf.

Unser Gehirn benötigt Fett für verschiedene Prozesse und als Baumaterial. Es kann zwar selbst Cholesterin als Bauprodukt herstellen, nicht aber Fett direkt aufnehmen wegen der Blut-Hirn-Schranke. In diesem Fall benötigt das Gehirn endogene (von innen) oder exogene (von außen) Ketone, um mit ausreichend Energie versorgt zu werden. Ketone sind die Stoffe, die in der Leber nach der Fettoxidation entstehen. Wenn Fett als Energieträger verbrannt wird, wird es in einzelne Fettsäuren gespalten, die wiederum in Ketone umgewandelt werden, um daraus in den Zellen Energie gewinnen zu können. Ketone werden im Fastenzustand, während der ketogenen Ernährung oder beidem zusammen produziert. Der Zustand der Ketose ist daher ein natürlicher Prozess und wichtig für unsere metabolische Flexibilität. Je flexibler wir in Bezug auf Nährstoffe reagieren, desto anpassungsfähiger verhält sich unser Organismus. Für unser Nervensystem ergeben sich aus der Nutzung von Ketonen einige Vorteile: Ketone wirken im Gehirn antioxidativ und antiinflammatorisch. Das wirkt sich positiv auf die Gesundheit unserer Nervenzellen aus, da z. B. neurodegenerative Erkrankungen immer von Entzündungsprozessen begleitet werden. Ketone erzeugen im Nervensystem bei der Nutzung als Energieträger weniger oxidativen Stress als Kohlenhydrate und können somit auch bei starken Erregungszuständen genutzt werden. Eine „Übererregung“ ergibt sich z. B. bei diversen Erkrankungen wie Epilepsie, aber auch bei hohem Stress oder Gehirnverletzungen, die häufig in einer erhöhten Produktion von Glutamat resultieren. Dies wiederum führt zu einer stärkeren Einschleusung von Calcium in die Zellen, was den Erregungszustand weiter verstärkt. Daher haben Ketone einen positiven Einfluss auf die Regulation der Neurotransmitter, können sich jedoch negativ auf den Serotoninspiegel auswirken, wenn dieser bereits reduziert ist (z. B. durch starken Stress). Daher sollte im Einzelfall genau abgeklärt werden, inwieweit eine ketogene Ernährung sinnvoll ist.

Es gibt drei verschiedene Ketone: das BHB, das AcetoAcetat (AcAc) und das Aceton. Jeder einzelne Ketonkörper hat seine eigene Funktion und Bedeutung und kann mit unterschiedlichen Methoden separat getestet werden. BHB wird z. B. über das Kapillarblut der Fingerbeere getestet, AcAc im Urin und Aceton über den Atem. Wir befinden uns im Zustand der Ketose, wenn sich unser Ketonlevel bei 0,5 mmol/Liter oder höher befindet. Die Grenze liegt bei etwa 7 mmol/Liter. Bei einem Wert von etwa >15–25 mmol/L spricht man auch von einer Ketoazidose, die nur über die Ernährung und exogene Ketone nicht erreicht wird. Exogene Ketone bestehen meistens aus dem BHB, das je nach Hersteller eine unterschiedliche Bioverfügbarkeit aufweist.

KREATIN UND KETONE

Neben den Ketonen gibt es eine weitere Energiequelle, die häufig unterschätzt wird, aber gerade in Kombination mit Ketonen sinnvoll ist: das Kreatin. Es ist in tierischen Produkten enthalten, kann jedoch auch supplementiert werden. Während Kreatin häufig primär im Kraftsport Verwendung findet, wird der Nutzen als Energiequelle für das Gehirn häufig unterschätzt. Kreatin bindet im Körper Phosphat und erzeugt dadurch das Phosphokreatin, woraus sich eine etwa um das Zwölffache beschleunigte Bildung von ATP ergibt. Daher macht die Zufuhr von Kreatin vor allem bei explosivkräftigen Bewegungen Sinn, wo wir schnell verfügbare Energie benötigen. Die Nutzung von Kreatin als Treibstoff für die Nervenzellen verbessert die Effizienz der Energienutzung im Nervensystem. Darüber hinaus wirkt sich Kreatin positiv auf die Blutzuckerstabilisierung aus und verbessert die Durchblutung des Gehirns. Der wichtigste Vorteil ist jedoch, dass im Gegensatz zu Kohlenhydraten der Verbrauch von Kreatin keinen signifikanten oxidativen Stress erzeugt. Bedenkt man, dass neurodegenerative Erkrankungen wie z. B. Alzheimer auf eine erhöhte Aufnahme von Glukose zurückzuführen sind, was wiederum den oxidativen Stress erhöht, ist die Nutzung von Kreatin als Treibstoff eine sinnvolle Ergänzung. Schon jetzt zeigen Untersuchungen, dass Kreatin vor allem in Stresssituationen des Gehirns zu einer deutlichen Entlastung der Nervenzellen führen kann.


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