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Neuroathletik für Golfer

Neuroathletik für Golfer

Neuroathletik für Golfer

Top-Übungen für mehr Konstanz

Zwei Dinge haben alle Golfspieler gemeinsam: den Wunsch nach mehr Konstanz in ihrem Spiel und einer perfekten Technik. Markus Pabst zeigt, wie du die Golfer unter deinen Kunden durch neurozentrierte Übungen diesen Zielen näherbringst.

Nicht über die Qualität der perfekten Schläge definiert sich die Spielstärke eines Golfers, sondern über die Qualität seiner Fehlschläge. Eine gute Runde Golf zeichnet sich durch brauchbare Spielsituationen nach einem Fehlschlag und nicht durch ein perfektes Spiel vom ersten Abschlag bis zum letzten Putt aus. Und selbst auf allerhöchstem Niveau gelingen vielleicht zwei bis drei perfekte Golfschläge auf einer Runde. Der Rest sind Fehlschläge, die immer noch so gut sind, dass sie nicht in einem katastrophalen Score resultieren.

GRENZEN DES TECHNIKTRAININGS

Die Golfspieler unter euch werden meine Beobachtung bestätigen können: Golf wird auch heute vor allem in Form von Techniktraining vermittelt. Im Vordergrund der überwiegenden Zahl von Trainingsstunden steht (vor allem in Deutschland) das Einüben einer möglichst perfekten Bewegung. Es wird an einzelnen Positionen der Schlagfläche und an Körperwinkeln in den Phasen des Golfschwungs gefeilt. Stunde für Stunde, Woche für Woche. Dabei ist Golf immer noch ein Spiel, das derjenige gewinnt, der den Ball mit den wenigsten Schlägen ins Loch befördert. Und den wenigsten Golfspielern gelingt es, nach einem reinen Techniktraining richtig gutes Golf zu spielen. Der Fokus auf die Technik und Perfektion rund um den Golfschwung kann dabei sogar kontraproduktiv sein.

VISUELLES TRAINING FÜR DAS KURZE SPIEL

Eine Studie des Golflehrers Adam Young zur Qualität des kurzen Spiels (im konkreten Fall Putten) hat mich aufhorchen lassen: 20 Freizeit-Golfspieler sollten einen Putt über 20 Fuß (ca. 6,5 m) in ein 60 cm großes Ziel spielen. Je mehr sich die Spieler bewusst auf die Startlinie des Putts und die korrekte Technik konzentrierten, umso schlechter fiel das Ergebnis des Putts aus. Spielten die Spieler den Putt, ohne die korrekte Startlinie zu kennen, landeten 6,2 von 10 Putts im Ziel; mit Vorgabe der perfekten Startlinie und Fokus auf die perfekte Technik landeten nur noch 2,85 von 10 Putts im Ziel. Adam Young schloss daraus, dass beim Putten der unterbewusste Teil der Bewegungssteuerung dem bewussten Teil überlegen ist. Unbewusst korrigiert das Gehirn ein falsch berechnetes Ziel oder eine suboptimal ausgerichtete Bewegung und bringt den Schläger doch so an den Ball, dass dieser möglichst nah am Ziel landet. Je besser der sensorische Input an das Hirn ist, umso besser wird sowohl die unbewusste Bewegungssteuerung als auch die bewusste Einschätzung der Spiellinie für einen Putt sein.
Wenn du deinem Golfer mit einem gezielten visuellen Training helfen kannst, die Konturen des Grüns besser wahrzunehmen und einzuordnen, wird er häufiger bessere Putts spielen können. Ganz allgemein wird ein Golfspieler mit einem besseren sensorischen Input in der Lage sein, einen besseren Gefühl für sein Spiel zu entwickeln und das Spiel besser zu spielen. Die erste Übung zeigt eine Möglichkeit, wie du das periphere Sehen deines Klienten nahe an der Spielsituation trainieren kannst, ohne auf dem Golfplatz zu stehen.

KONSTANTES TREFFEN AUF DER SCHLAGFLÄCHE

Neben einem guten kurzen Spiel, bei dem auch der ein oder andere Fehlschlag ausgeglichen werden kann, schlummert in dem vollen Schlag vor allem im Freizeitbereich – ein ungeahntes Leistungspotenzial. Dieser volle Schlag ist im Golf immer dann gefragt, wenn der Ball von der Abschlagbox ins Spiel gebracht oder aus einer Entfernung von mehr als 60 Metern auf das Grün gespielt werden soll. Bis die Schlagfläche den Ball in Richtung Ziel befördert, vollzieht der Golfspieler eine relativ starke Ganzkörperbewegung, um erst Spannung aufzubauen (Rückschwung) und dann diese Energie über den Schläger und eine viel zu kleine Schlagfläche auf den Ball zu übertragen. Ob sich der Golfball in einer wunderbaren Flugkurve auf das Grün senkt oder mit einem satten „Klack!“ die massive Eiche rechts im Aus trifft, entscheiden teilweise Millimeter auf der Schlagfläche.
Aus neurologischer Sicht müssen alle sensorischen Systeme optimal performen, um eine hohe Wiederholbarkeit einer möglichst schnellen und präzisen Bewegung zu ermöglichen. Eine hohe Relevanz haben dabei das Gleichgewichtsorgan im Innenohr und das Cerebellum (Kleinhirn) im Zusammenspiel. Mit ihrer Hilfe ist es dem Golfer möglich, Bewegungskoordination und Balance simultan und synchron zu steuern, um den Ball regelmäßig und bewusst mittig mit der Schlagfläche zu treffen.

TRAINING DES KLEINHIRNS

Das Cerebellum fungiert als der große Integrator von Gleichgewicht, Koordination und Bewegungsstabilisation. Mit einem gut funktionierenden Cerebellum schaffen wir als Trainer eine bessere Performance sowohl im Golfspiel (Anwendung) als auch im Techniktraining (Lernen und Üben). Das Erlernen neuer Schlagtechniken oder Umstellungen im Schwung fallen leichter und benötigen weniger Zeitaufwand. Zudem profitiert der erfahrene Golfspieler von einer besseren Stabilität im Golfschwung, was zusätzlich zu einem konstanteren Treffen auf der Schlagfläche auch zu mehr Speed im Golfschwung führen wird. Mehr Speed bedeutet mehr Ballgeschwindigkeit bedeutet mehr Länge in den Schlägen. Mehr Länge und mehr Konstanz sind die zwei Versprechen, mit denen man jeden Golfer vom Neuroathletik-Training überzeugen kann.
Die Übung „Cerebellum-Aktivierung“ zeigt Möglichkeiten auf, das Gleichgewichtsorgan und das Cerebellum sowohl im Trainingssetting als auch auf einer Driving Range zu trainieren.

INTEGRATION INS GOLFSPIEL

Die beiden gezeigten Übungen lassen sich einfach umsetzen und gut in das Golftraining integrieren. Zudem wird der positive Trainingseffekt so schnell erlebbar für deine Klienten – im besten Fall treffen sie den Ball im Anschluss sofort besser. Ich wünsche dir und deinen golfenden Klienten viel Spaß beim Ausprobieren und ab sofort mehr Konstanz im Golfspiel!

 


MARKUS PABST
Der Sportwissenschaftler und DOSB A-Lizenztrainer arbeitet als Personal Trainer. Als leidenschaftlicher Golfspieler und Single Handicapper hat er ein tiefes Verständnis für diese Sportart und das Training mit Golfspielern aller Leistungsstärken. www.golfathletik.de


Fotos: lovelyday12 – stock.adobe.com, Markus Pabst


Diesen sowie weitere Artikel findest du in der TRAINER Ausgabe 03|2021

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