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Trainer auf Youtube

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„Strong and Flex“ im Interview

Seit 2012 sind die beiden Stuttgarter Personal Trainer Raphael Schneider und Toni Hackmann alias „Strong & Flex“ auf Youtube aktiv. Mehr als 1 000 Beiträge und 162 000 Abonnenten zeichnen ihren Kanal aus. Im Interview verraten die beiden, worauf es bei einer erfolgreichen Youtube-Präsenz ankommt.

Wann und wie ist die Idee bei euch entstanden, Youtube als Channel zu nutzen?

Das war vor mehr als neun Jahren beim gemeinsamen Zusammenlegen der Handtücher für den Handtuchservice in unserem Studio. Wie professionell waren eure Kenntnisse und eure Ausrüstung zu Beginn? Wir hatten null Ahnung und außer einem Laptop keinerlei Equipment. Die Kamera und das Stativ haben wir uns am Anfang geliehen. Unser Motto war: einfach machen!

Welches Equipment könnt ihr empfehlen? Wie viel Geld sollte man dafür in etwa investieren?

Heute drehen und fotografieren wir mit der „Sony alpha 6500“. Da ist man mit Zubehör schon bei knapp 2.000 Euro. Für den Anfang würden wir empfehlen, nach einer günstigeren Lösung zu schauen. Für die Tonaufnahmen ist der „ZOOM H-1n/220GE Handy Recorder“ für ca. 90 Euro unserer Meinung nach super. Dazu benutzen wir Headsets, denn ein guter Ton ist extrem wichtig. Zusätzlich empfehlenswert sind ein paar Lampen, die gibt es recht günstig.

Wie habt ihr euch die nötigen technischen Kenntnisse angeeignet?

Es war hauptsächlich Learning by Doing. Wir haben vor allem am Anfang eine Menge Dinge falsch gemacht und daraus gelernt. Eine Zeit lang waren wir bei einem großen Youtube-Netzwerk unter Vertrag. Bei deren Workshops haben wir viel gelernt.

Was sind die Themen eurer am meisten geklickten Videos?

Das Thema „Spagat lernen“ hat uns „groß“ gemacht. Ansonsten ranken sich die erfolgreichen Videos rund um den Rücken und das Barfußlaufen.

Wie entstehen bei euch Ideen für neue Beiträge?

Die Videos spiegeln in der Regel Themen wider, die uns aktuell beschäftigen – entweder in der eigenen Movement-Praxis, aus der Arbeit mit unseren Schülern und auch dem Feedback von unseren Followern.

Was kennzeichnet eurer Erfahrung nach erfolgreiche Beiträge?

Wenn man erfolgreiche Videos über viele Klicks definiert, sind wir im Durchschnitt nicht besonders erfolgreich. Unsere Inhalte zum Thema „Movement“ sind absolut edgy und avantgardistisch. Uns geht es um eine wichtige Botschaft und wir richten uns an die verhältnismäßig wenigen, die heute schon bereit sind, die Movement-Botschaft zu hören und die Movement-Praxis in ihren Alltag zu integrieren. Erfolg bedeutet für uns, das Feedback zu erhalten, dass Leute aufgrund unserer Videos mit Movement-Praxis begonnen haben. Der Ritterschlag ist dann der Satz: „Ihr habt mein Leben verändert.“

Was sollten Youtuber beim Timing und bei der Frequenz neuer Beiträge beachten?

Seit Jahren geht bei uns immer mittwochs und samstags ein neues Video online. Weniger sollte es nicht sein. Kontinuität ist dabei genauso wichtig wie beim Training!

Wie geht man bei der Suche nach geeigneten Affiliate-Partnerschaften am besten vor?

Wenn du ein Fitnessprodukt, ein Tool selbst regelmäßig benutzt und es deinen Freunden empfehlen würdest, ist der Hersteller ein potenzieller Partner. Wenn du dir bereits eine gewisse Reichweite erarbeitet hast, lohnt es sich, Kontakt mit dem Hersteller aufzunehmen und einfach zu fragen. Oder die Marken werden über deine Reichweite auf dich aufmerksam und kommen auf dich zu.

Wie kann eine solche Zusammenarbeit mit Firmen aussehen?

Das ist ganz unterschiedlich. Klassische Affiliate- Partnerschaften laufen oft nach dem 10-10-Prinzip, sprich 10 Prozent Rabatt für den Follower und 10 Prozent Provision für den Influencer. Am Ende des Tages haben wir keine Riesenreichweite. Wer sich aber im Halbe-Million- bis Millionen-Follower- Bereich bewegt, bekommt auch andere Deals.

Verdient ihr mit euren Youtube-Beiträgen Geld?

Wenn wir kein Geld verdienen würden, könnten wir den großen Aufwand unternehmerisch nicht rechtfertigen. Youtube läuft 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Wenn Weihnachten auf einen Mittwoch fällt, laden wir an Weihnachten ein Video hoch. In den ersten Jahren haben wir tatsächlich so gut wie nichts verdient. Die Beteiligung an den Werbeeinnahmen, die du als Youtuber von Youtube bekommst, ist überschaubar. Um hier viel zu verdienen, braucht man deutlich mehr Reichweite, als wir haben.

Wie nutzt ihr eure durch den Kanal gewonnene Reichweite?

Das ist eine gute Frage; hier wird dann eher Geld verdient. Wir gewinnen darüber natürlich Interessenten für unsere Coachings und Workshops. 2019 haben wir in Kooperation mit einem Partner unser erstes Produkt, den „paleo chair“, auf den Markt gebracht. Diesen können wir nun sehr gut über „Strong & Flex“ vermarkten. So machen sich dann acht Jahre Vorarbeit bezahlt.

Bindet ihr euren Youtube-Kanal auf Social Media ein?

Ja – und dies wird zukünftig noch verstärkt geschehen. Instagram ist da an erster Stelle zu nennen.

Seit 2016 spielt das Thema „Movement“ eine immer wichtigere Rolle bei euren Beiträgen. Wie kam es dazu?

Ende 2015 haben wir Ido Portal entdeckt, im Juni 2016 seinen ersten Workshop besucht und fünf weitere – inklusive zweimal das European Movement Meeting – folgten. Für uns war das die „Erleuchtung“. Die Movement-Philosophie war das, was wir immer gesucht haben. Dies hatte dann einen Paradigmenwechsel zur Folge, und zwar im positivsten Sinne. Mittlerweile vermitteln wir den Movement-Gedanken auch mit großem Zuspruch bei uns im Studio und in unseren Workshops.

Was habt ihr in den nächsten Jahren auf Youtube vor?

Was Bewegung und Gesundheit betrifft, besteht aktuell bei vielen Menschen ein enormes Wissensund Umsetzungsproblem. Wir werden hier weiterhin Verantwortung übernehmen und unseren Mitmenschen via Video kostenlos Hilfe zur Selbsthilfe anbieten. Wir wollen dabei einfach Spaß haben, inspirieren und motivieren. Motivieren kommt vom lateinischen Wort movere gleich bewegen.


Foto: Wolfgang Simm


Diesen und weitere Artikel findest du in der TRAINER Ausgabe 05|2020

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