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Visual Preps

Visual Preps

Fitnesstraining für die Augen

Ralf Jaser erklärt, woran du erkennst, ob das visuelle System deines Klienten nur eingeschränkt arbeitet, welche körperlichen Symptome damit in Zusammenhang stehen können und wie du mit Visual Preps das visuelle System deines Kunden effektiv trainieren kannst.

Gesunde Augen arbeiten ähnlich wie eine Kamera: Hornhaut und Linse agieren wie das Objektiv, sie bündeln das einfallende Licht und projizieren es auf die Netzhaut. Dabei fungiert die Linse als präzises Scharfstellsystem. Die Herausforderung für das Gehirn besteht darin, dass es nicht nur eine, sondern zwei Hochgeschwindigkeitskameras synchronisieren muss. Die Seheindrücke des rechten und des linken Auges werden unabhängig voneinander an das Gehirn weitergeleitet und müssen dort Sekunde für Sekunde synchronisiert werden.

ANFORDERUNGEN AN DAS VISUELLE SYSTEM

Die Evolution hat unser visuelles System darauf ausgerichtet, möglichst gut in die Ferne sehen zu können, um Gefahren wie ein gefährliches Tier möglichst früh erkennen zu können. Dies war früher eine elementare Voraussetzung, um zu überleben. Heute verbringen wir schon von der Kindheit an den Großteil unserer Zeit in geschlossenen Räumen. Wir arbeiten, surfen, chatten, spielen oder shoppen mit dem Handy, dem Tablet oder am PC. Wir nutzen unsere Augen überwiegend dazu, in der Nähe zu sehen, wofür sie aber gar nicht geschaffen wurden. Aus diesen extrem hohen Anforderungen im Nahsehbereich resultiert eine dauerhafte Überlastung des visuellen Systems, die zu körperlichen Problemen, Haltungsschwächen und Konzentrationsverlust führen kann.

EINFLUSS AUF DIE LEISTUNGSFÄHIGKEIT

Das visuelle System steht in engem Zusammenhang mit der Körperhaltung und dem Gleichgewichtssinn. Jede kleinste Bewegung und Muskelspannung wird vom Gehirn gesteuert. Um das präzise erreichen zu können, benötigt unser Gehirn visuell aufgenommene Informationen über unsere Umwelt und unsere Position im Raum. Sind diese Informationen fehlerhaft, wird auch die Ansteuerung der Muskulatur fehlerhaft sein. Wir fangen zum Beispiel an, den Kopf schief zu halten, wodurch Verspannungen, Dysbalancen und Lateralität entstehen, die wiederum über Jahre hinweg zu Haltungsschwächen führen können. Ein gut geschultes visuelles System bildet die Grundlage für unser Leistungsvermögen in Alltagssituationen und führt zu weniger Stress am Arbeitsplatz sowie zu einer verbesserten Ausdauer bei Bildschirmarbeiten und im Straßenverkehr. Durch die Verbesserung der Konzentration und der allgemeinen kognitiven Fähigkeiten entspannt sich der Nacken- und Rückenbereich, was wiederum zu einer Verminderung von Kopfschmerzen und brennenden Augen führt. Aber auch im Sport verbessern sich durch die erhöhte Aufmerksamkeit und Lernfähigkeit das Reaktionsvermögen und die Verarbeitungsgeschwindigkeit der Auge-Hand-/Auge-Fuß-Koordination.

DAS VISUELLE FITNESSSTUDIO

Die Augen agieren ähnlich wie beim Zehnkampf, nur dass alle Disziplinen gleichzeitig stattfinden. Sie müssen von rechts nach links wandern, scharf stellen, die Übersicht bewahren, Entfernungen einschätzen, von der Nähe in die Ferne umschalten und alle Informationen an das Gehirn weiterleiten. Die Kombination der Movement Preps mit visuellen Zusatzaufgaben macht die Übungen deutlich alltagsnäher und effektiver und hat folgende Ziele:

• Reduktion der Belastungen des visuellen Systems auf ein Minimum, um die gesamte Energie der eigentlichen Aufgabe zur Verfügung stellen zu können.
• Steigerung der visuellen Leistungsfähigkeit, um die Zahl der Wahrnehmungsfehler zu minimieren.
• Optimierung der Verarbeitung visueller Reize im Gehirn, sodass die für die eigentliche Aufgabe wichtigen Informationen Priorität haben.
• Steigerung der Unabhängigkeit von äußeren Einflüssen, wodurch Konzentration und Aufmerksamkeit verbessert werden. Beschleunigung der visuellen Wahrnehmung und deren Interpretation, um schneller Lösungen zu finden und Entscheidungen zu treffen.
• Minimierung von Sehstress (vor allem an Bildschirmarbeitsplätzen).
• Optimierung von gesamtkörperlichen Zuständen.

WICHTIGE AUGENFUNKTIONEN TRAINIEREN MIT VISUAL PREPS

• Motilität
(Augenbeweglichkeit) Die präzise Ansteuerung der Augenmuskulatur wird vor allem beim Scannen der Umgebung benötigt, um in komplexen Situationen den Überblick zu bewahren und Situationsveränderungen möglichst schnell zu analysieren.
• Augenfolgebewegungen
Mit zunehmender Geschwindigkeit wird die Verfolgung eines fixierten Objekts immer schwieriger und die Anzahl an Blicksprüngen nimmt zu. Wichtig im Straßenverkehr und im Spielsport.
• Blicksprünge
Jedes Mal, wenn wir von einem Gegenstand zum nächsten sehen, führen wir einen Blicksprung durch. Dabei besteht das Problem darin, dass in dem Moment des Sprungs keine Entfernungen und Geschwindigkeiten eingeschätzt werden können.
• Statisches Fixieren
Unsere Augen führen permanent kleinste Bewegungen aus, auch wenn wir subjektiv den Eindruck haben, einen Punkt vollkommen ruhig zu fixieren. Wird das statische Fixieren nicht beherrscht, werden alle darauf aufbauenden Fähigkeiten, wie z. B. dynamisches Fixieren, Blicksprünge und Augenfolgebewegungen, schlechter.
• Stereosehen
Unter sogenanntem Stereosehen versteht man alle sensorischen und motorischen Aspekte des gemeinsamen Sehens vom rechten und linken Auge. Dabei müssen die beiden Bilder im Gehirn fusioniert werden und zu einem einzigen Bild verschmelzen. Das ist die Grundlage für räumliches und dreidimensionales Sehen.
• Akkommodation
Unter Akkommodation versteht man die Wölbung oder Abflachung der Linse zur Nah- bzw. Ferneinstellung der Augen. Die Augenlinse wird dabei durch den Ziliarmuskel so gewölbt, dass das Auge in allen unterschiedlichen Entfernungen scharf sehen kann.
• Visualmotorische Geschwindigkeit
Das Zusammenspiel von visuellen und motorischen Fertigkeiten ist eine wichtige Voraussetzung für die Entscheidungsfähigkeit und die Reaktionszeit.
• Der Einfluss des visuellen Systems auf das Gleichgewicht
Das Zentrum des Gleichgewichtssinns befindet sich im Innenohr. Die Informationen aus dem Gleichgewichtszentrum allein genügen jedoch nicht, um unsere genaue Lage im Raum zu definieren. Für den Gesamteindruck spielen vor allem die Augen eine wichtige Rolle.


„Die komplette Ausgabe findest Du hier

Fotos: Ralf Jaser

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